Friseure der Welt gegen Aids.

01. Dezember 2013. Die besten Friseure Deutschlands haben sich innerhalb der Initiative „Friseure gegen AIDS“ zusammengeschlossen und anlässlich des Welt-Aidstages einen Tag lang zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung gearbeitet. Am Sonntag, den 01. Dezember engagierten sich in der L’Oréal Professionnel Akademie in Berlin Top-Friseure wie Bela Fahrenwald (mods hair Berlin), Wolfgang Zimmer & Team, Enrico Farkas (Farkas & Manthei), Stefanie Dutschmann und Roy Enzmann (artgerecht Friseur), Isabel Baaske und Nadine Popp (haarmacher.com), Bernd Jakob und André van der Linde, der sogar eigens aus NRW anreiste.

(c)2013 Th.Rafalzyk.

„Friseure der Welt gegen AIDS“: Eine weltweite Aufklärungskampagne.

Flächendeckende Information und Schutz vor einer Infektion ist die einzige Möglichkeit, eine Ausbreitung des HI-Virus zu verhindern. Daher sind dringend neue, innovative Kommunikationskonzepte gefragt, um möglichst viele Menschen in Deutschland zu erreichen und aufzuklären. L’Oréal nimmt seine soziale Verantwortung sehr ernst und beteiligt sich am weltweiten Kampf gegen AIDS. Im Jahr 2005 hat das Unternehmen in Kooperation mit der UNESCO die Kampagne „Friseure der Welt gegen AIDS“ ins Leben gerufen. Insgesamt beteiligen sich weltweit 22 Länder an der Initiative, seit 2007 ist die langfristige Kampagne in Deutschland aktiv. Das Bundesministerium für Gesundheit begrüßt das Projekt. „Friseure der Welt gegen AIDS“ hat sich zum Ziel gesetzt, breite Bevölkerungsschichten über das Thema HIV/AIDS zu sensibilisieren, indem Friseure als Botschafter für die Aufklärung fungieren. Denn Friseursalons sind Kommunikationszentren: Ob eine intensive Unterhaltung mit dem Friseur oder ein Plausch mit anderen Kunden, ein Friseurbesuch beinhaltet immer auch einen regen Informationsaustausch. Grund genug, an diesem Punkt mit der Aufklärung anzusetzen.

Das L'Oréal Professionnel Team.(c)2013 Th.Rafalzyk.

Das L’Oréal Professionnel Team.(c)2013 Th.Rafalzyk.

Als ich von dem Event auf der L’Oréal Professionnel Facebookseite erfuhr, wollte ich unbedingt dabei sein. Denn Aids betrifft uns alle, auch wenn wir glauben weit davon entfernt zu sein. Wem entgehen schon die Plakate zur sicheren Verhütung in zahlreichen Städten und wer kann sagen er sei nicht selber infiziert, wenn er noch nie einen Test gemacht hat? Es gibt so viele Berührungspunkte im schnelllebigen Alltag. Punkte, die spätestens dann eine Bedeutung bekommen, wenn man selbst oder einer der Liebsten betroffen ist. Und es kann jedem passieren. Umso wichtiger finde ich es vorzeitig aufzuklären und Stiftungen sowie Betroffene zu unterstützen.

Einer der teilnehmenden Friseure bei der Arbeit. (c)2013 Th.Rafalzyk.

Einer der teilnehmenden Friseure bei der Arbeit. (c)2013 Th.Rafalzyk.

Zahlen & Fakten.

Täglich infizieren sich weltweit etwa 7.000 Menschen mit HIV. Weltweit lebten Ende 2008 nach Schätzungen der Vereinten Nationen rund 33 Millionen Menschen mit HIV, 95 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Am schwersten betroffen ist Afrika südlich der Sahara, doch sind auch in den letzten Jahren die Infektionszahlen in großen Teilen Osteuropas sowie in Ost- und Zentralasien stark angestiegen. In Deutschland leben heute circa 67.000 Menschen mit HIV und Aids, davon etwa 80 Prozent Männer. Circa 90 Prozent der HIV-Infektionen werden sexuell übertragen. Etwa 28.000 Menschen sind bisher in Deutschland an den Folgen der Krankheit gestorben. 2009 wurden in Deutschland rund 3.000 Neuinfektionen diagnostiziert. Unter den westeuropäischen Ländern, die HIV-Zahlen erheben, lag Deutschland 2008 mit 34 HIV-Neudiagnosen pro Million Einwohner an dritt niedrigster Stelle.

Zwischen Charity und Respektlosigkeit.

Zu dem Charity Event begleiteten mich meine beste Freundin und Jasmin von Jasse Probiert’sVor allem Jasmin und ich waren aufgeregt, immerhin hatten wir einen Termin mit einem der Starfriseure. Angekommen, wurden wir freundlich begrüßt, steckten uns ein Aids Schleifchen zum Zeichen der Solidarität an und mischten uns unter die Leute. Eine Dame kam schnell mit uns ins Gespräch und bei Lebkuchen und Keksen verkürzten wir uns die Wartezeit. Sie erzählte uns, dass sie bereits zum zweiten Mal dabei sei und sich wieder sehr auf das Verwöhnprogramm der Friseure freut.

Bini und Jasmin.

Bini und Jasmin.

Ich hingegen war mehr als hibbelig. Immerhin habe ich eine absolute Friseur Phobie. Denn bisher hat es leider niemand geschafft, mir den Schnitt meines Lebens zu verpassen. Ich meine einen, mit dem ich mich raus trauen kann ohne zu meinen: So wollte ich nie aussehen. Einen der nicht zu kurz ist und meinen Typ unterstreicht, Griffigkeit und Volumen verleiht.

Die bereitgestellten Leckereien.

Die bereitgestellten Leckereien.

Mit den Gedanken zum letztem Friseurbesuch und meiner Neugier, schaute ich mich ein wenig um. Nicht zu übersehen waren vier prall gefüllte Produkt Regale der Marken Kérastase, L’Oréal Professionnel, Matrix sowie Redken. Dort war wortwörtlich für jeden Schopf eine Pflege dabei.

L'Oréal Professionnel Produktauswahl.

L’Oréal Professionnel Produktauswahl.

Kérastase Produkte.

Kérastase Produkte.

Redken Produktregal.

Redken Produktregal.

Eine tolle Auswahl, die ich zugegebenermaßen am liebsten mit nachhause genommen hätte und die Lust auf den Haircut machte. In den letzten Minuten vor meinem Termin beschäftigte ich mich mit einem der ausliegenden Aktionsflyern. Dort waren verschiedene Fragen zum Thema Aids aufgeführt und ich muss gestehen, dass ich nur wenige richtig beantwortet hätte. Ehrlich gesagt bin ich davon peinlich berührt. Ich glaubte immer viel über HIV Viren und Aids Erkrankungen zu wissen. Immerhin war es oft Thema in der Schule und wird in den Medien zunehmend thematisiert. Ob Berichterstattung aus betroffenen Ländern wie Afrika oder die Reportage zu den Erkrankten: Ich hatte doch oft etwas dazu gesehen!

Aktionsflyer zum Thema Aids.

Aktionsflyer zum Thema Aids.

Womit wir wieder bei dem Punkt wären, dass Aufklärung essentiell ist. Aus meinen Gedanken riss mich mein Termin, denn ich dürfte nun auf den Friseurstuhl. Da saß Jasmin übrigens bereits seit einer Weile und als ich sie im Salon sichtete, lächelte sie noch immer noch. Ein beruhigendes Zeichen!

Einblick in den Salon.(c)2013 Th.Rafalzyk.

Einblick in den Salon.(c)2013 Th.Rafalzyk.

Einblick 2 in den Salon.

Einblick 2 in den Salon.

Ich hingegen hatte gleich nichts mehr zu lachen, doch nun auf Anfang. Meine Friseurin und ich führten zunächst ein kurzes Gespräch zu meinen Vorstellungen: Die waren etwas durchmischt. Goldbraun mit einer roten Nuance, nicht zu kurz und bitte Volumen für den Haaransatz. Nachdem wir besprochen hatten, welche meiner Wünsche wir wie umsetzen würden, bekam ich eine entspannende Kopfmassage. Wir sprachen über meinen Blog und ich erzählte ein wenig über mich und mein Studium. Doch irgendwie stimmte die Chemie nicht, egal wie viel Mühe ich mir gab. Das merkte ich besonders, als sie beleidigend wurde.

Meine Stilberatung.(C)2013 TH.RAFALZYK.

Meine Stilberatung.(C)2013 TH.RAFALZYK.

Denn als ich so auf dem Stuhl saß fielen Kommentare der Friseurin wie: Ich sehe aus wie die Dame in “The Ring“ und bei meinen kaputten Haaren müsste sie mir eigentlich Glatze schneiden. Ich musste schlucken…. Das wurde nicht besser als sie einem ihrer Kollegen zuhörte der einer seiner Kundinnen ein Kompliment machte und sie sich schon fast beschwerte: Hast du das gehört? Die ist doch nicht hübsch, sondern ein Durchschnittsgesicht, so 0 8 15. Mittlerweile fragte ich mich, ob sie mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden sei?Das ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht passiert. Den Salon für den sie eigentlich arbeitet möchte ich hier zur Schadenbegrenzung nicht nennen, doch ich bin enttäuscht. Enttäuscht, das Personal an diesem Event teilnehmen darf, dass sich kaum zusammenreißen kann. Personal, das sogar noch mal den Glatzenspruch brachte, als meine beste Freundin und Jasmin neben mir saßen. Aber wie sagte sie zum Anfang: “Ach du bist doch Blogger? Jemand meinte vorhin: Die Blogger sitzen auch noch da rum.“ Ein Satz der mir zu verstehen gab: Sie mag dich scheinbar nicht sonderlich.

Hier war das Event für mich dabei. Denn nach dem Friseurbesuch hatte ich keine Lust mehr noch länger zu bleiben, mir eventuell noch mehr anzuhören. Wirklich schade, immerhin erschienen am späten Nachmittag noch einige Promis, mit denen ich gerne ein Interview geführt hätte. Nicht einmal über meinen, wie ich finde, gelungenen Haarschnitt konnte ich mich noch freuen, auch kaum über das eigentlich schöne Goodie Bag.

Mein neuer Haarschnitt.

Mein neuer Haarschnitt.

Mein Goodie Bag.

Mein Goodie Bag.

Sogar Euch ist bei meinen Bildern im Facebook Album aufgefallen, dass mir mein Lachen auf dem Bild vergangen ist. Jetzt wisst Ihr warum…Für den netten Besuch bezahlte ich dann 60 €. Wenigstens zu einem guten Zweck.

Nachtrag vom 04.12.2013.

Heute Abend hatte ich noch einmal die Möglichkeit mit der Friseurin,Alice und Ihrem wirklich sehr lieben Chef persönlich zu sprechen. Wir konnten alle vorangegangen Ungereimtheiten klären und die Missverständnisse des nachmittags aus dem Weg räumen. Ich kann mich nun bedingungslos über meinen neuen und schicken Schnitt freuen! Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich für die tolle Frisur und freue mich darauf, Alice bald wieder zu sehen – denn ich bin in den Salon eingeladen. Ein liebes Dankeschön geht natürlich auch an L’Oréal Professionnel für die schnelle Vermittlung zwischen mir und dem Team. 

Eine Spende die sich sehen lassen kann!

Insgesamt nahmen in Berlin ca. 100 Bürger und Prominente die Gelegenheit wahr und ließen sich für einen Mindestspendenbeitrag von 39€ die Haare schneiden und stylen. Auch zahlreiche prominente Fürsprecher der Aktion wie z.B. die Schauspielerinnen Isabel Schosnig und Anne von Keller, die Jazz-Sängerin Angela Gebriel, GZSZ-Star Kristin Meyer, TV-Moderatorin Verena Wriedt und Rolf Schneider (Ex-Juror GNTM) sowie Miss und Mr. Berlin mischten sich in den Städten unter das Publikum und wurden von den Star-Coiffeuren umgestylt. Bei der Aktion in Berlin kam eine Spendensumme von rund 5.000€ zusammen, die auch diesmal zu 100% an den Fond für HIV-infizierte Mütter und Kinder der Deutschen AIDS-Stiftung geht.

Die Spendenaktion läuft zudem noch eine Woche weiter. Die Fußballmannschaft des Berliner Clubs Herta BSC stellt eigens für „Friseure der Welt gegen Aids“ ein Trikot von Sandro Wagner, handsigniert von allen Team-Mitgliedern. Es kann derzeit auf hier ersteigert werden.Der Spendenbeitrag fließt ebenfalls in den Fond für HIV-infizierte Mütter und Kinder der Deutschen AIDS-Stiftung.

Kommentare (7) Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Kérastase Bain Nutri Thermique und Touche Perfection. | Fräulein Lu Bloggt.

  2. Hallo Lu 🙂

    Mensch, die Geschichte nimmt einen so richtig mit! Das ist so schade, dass Dir dieser Tag so versaut wurde! Es hätte noch ein weitaus interessanterer Event werden können, zumal ja auch für einen wirklich wichtigen Zweck…
    Trotzdem schön, dass Ihr Eure Fronten später noch klären konntet und Euch auch wieder einen Weg zueinander gefunden habt 🙂

    Deine Frisur sieht auf jeden Fall super schön aus und steht Dir wirklich fantastisch!!

    Liebe Grüße, Sabine

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  3. Hallo, dein Beitrag ist wirklich umfangreich, informativ, und wirklich sehr gut zu lesen. Ich habe richtig mitgefiebert beim Lesen, ob sich noch alles zum Guten wendet. Es tut mir leid, dass du sowas miterleben musstest. Nun liest man auch mal die negativen Seiten einer Bloggerin. Ich hoffe es bleiben wenige Einzelfälle, die in Zukunft kommen.

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  4. Oh liebes, das tut mir leid!!!!!
    Hätte doch ein toller Tag werden sollen…
    So eine dumme …
    Du bist ne hübsche, liebevolle Frau, und die war einfach mal total daneben!
    Du kannst stolz auf dich und deinen blog sein, denn du bist verdammt gut in dem was du machst!!! <3
    Ich drück dich gaaanz fest!!! 🙂
    Yvonnsche

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